2016 wurde der Bachchor Gütersloh 70 Jahre alt. Als Chor ist er lange etabliert – und gleichwohl ewig jung.
1946 wurde der Bachchor unter den schwierigen Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit von Eduard Büchsel als Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh gegründet und hat diesen Status bis heute beibehalten.
1956 übernahm Hermann Kreutz die Leitung. Er prägte mit seinem besonderen Anspruch an die Klangschönheit den Chor über 36 Jahre und machte den Bachchor damit weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt. Zahlreiche Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen aus jener Zeit zeugen noch heute von seinem nachhaltigen künstlerischen Wirken.
1992 übertrug die Ev. Kirchengemeinde Gütersloh Sigmund Bothmann die Stelle des Leiters des A-Musikers der Gemeinde und damit auch die Leitung des Bachchores.

In den schon fast drei Jahrzehnten seiner Arbeit setzte Bothmann immer wieder neue Akzente, ohne den hohen musikalischen Qualitätsanspruch zu vernachlässigen. Ob großes Oratorium oder a-cappella, ob geistlich oder weltlich, ob Gregorianik oder zeitgenössisch, ob selten aufgeführt oder Repertoire: gute Musik muss es sein.
Der Bachchor Gütersloh gestaltet Kantatengottesdienste und gibt Konzerte, nimmt an Festivals und Wettbewerben teil, wird für Rundfunkaufnahmen engagiert, und er reist.
Im Jahr 2000 ging es mit Bachs h-Moll-Messe bis nach Singapur. Die Partnerstädte von Gütersloh wurden besucht, so noch Pfingsten 2012, als anlässlich der Festlichkeiten zum Jubiläum der Städtepartnerschaft in Châteauroux Bruckners e-Moll-Messe erklang.
Die Zusammenarbeit mit renommierten Gesangs- und Instrumentalsolisten, mit dem bekannten Ensemble l’arte del mondo oder dem Bachorchester Gütersloh unterstreichen und festigen den guten Ruf des Bachchores und untermauern auch bei großen Werken seinen Qualitätsanspruch.
„Forever young“, das erreicht der Bachchor durch intensive Nachwuchsarbeit in der eigenen Choralsingschule und der Jugendkantorei. Die ausgewogene Mischung aus der Bandbreite von jungen bis erfahrenen Stimmen bleibt bis heute eines der Markenzeichen des Bachchores Gütersloh.
Bachchor Gütersloh goes Youtube
Der zunehmende Aufschwung digitaler Formate in der Chorarbeit macht auch der Bachchor Gütersloh sich zu Nutze. Seit Beginn der Pandemie gab es mehrere Videoproduktionen, von digitalen Gottesdiensten über musikalische Andachten mit dem Schwanengesang von Heinrich Schütz bis zu ganzen Bachkantaten, die auf dem Youtube-Kanal des Bachchores bzw. der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh zu finden sind.
ARCHIV:
Chorwoche des Bachchores Gütersloh in der Landesmusikakademie Michaelstein (Sachsen-Anhalt)
Mit 23 Sängerinnen und Sängern startete der Bachchor Gütersloh am Freitag, den 18. Oktober 2024 in seine Chorarbeitswoche.
Im Fokus der Arbeit stand die 8- bis 16-stimmige Messe von Frank Martin. Diese in ihrer Tonsprache einzigartige Messe gehört wegen ihrer außergewöhnlichen Klanglichkeit zu den bedeutendsten a-cappella-Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Aber auch zu den schwersten! Deswegen hatten der Bachchor und sein Leiter die Erarbeitung dieses herausfordernden Werkes eigens für die Chorarbeitswoche geplant. Die Chorleiter Christian Yang (Knabenchor Gütersloh) und Maik Morgner unterstützten Sigmund Bothmann bei der Einarbeitung und boten Einzelstimmproben an.
Die Bedingungen in der landschaftlich reizvoll im Harz gelegenen LMA Kloster Michaelstein waren optimal und boten dem hochmotivierten Chorensemble eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Die Musikakademie des Landes Sachsen-Anhalt ist in den vorbildlich restaurierten und ausgestatteten Gebäuden des ehemaligen Zisterzienserklosters untergebracht. So arbeitete der Chor in der ehemaligen Scheune, die zu einem Konzertsaal ausgebaut ist. Weitere Probenräume für Stimmproben waren in der Schmiede. Die Sängerinnen und Sänger wohnten in Zimmern, die im ehemaligen Kuhstall zu finden waren. Essen gab es im Gasthaus ‚Zum weißen Mönch‘.
Bevor der Chor seine Arbeitswoche startete, begab er sich auf den Spuren Johann Sebastian Bachs nach Weimar und Köthen. In Weimar sang der Chor die Motette ‚Der Geist hilt unser Schwachheit auf‘ in einer ausgezeichnet besuchten Musikalischen Vesper im UNESCO-Kulturerbe Herderkirche.
In Köthen besuchte die Sängerschar das Schloß mit seinem weltberühmten Spiegelsaal. Dieser war die Hauptwirkungsstätte des Namensgebers unseres Chores.
Das Ergebnis der Singwoche kann das Gütersloher Publikum am 22. Dezember um 18 Uhr in der Martin-Luther-Kirche am Berliner Platz in Gütersloh hören. Neben der oben erwähnten Messe von Frank Martin erklingen weihnachtliche Motetten von A. Bruckner, B. Britten, M. Lauridsen und J. Sandström.
Der Bachchor mit seinen Sängerinnen und Sängern sowie seinem Leiter KMD Sigmund Bothmann dankt diversen Sponsoren, u. a. der Evangelischen Stiftung Gütersloh für die Unterstützung der Chorwoche.
Sigmund Bothmann/Anke Poon



