31.05.2011, Die Glocke

Festgottesdienst krönt das Jubiläumsjahr

150 Jahre Martin-Luther-Kirche

Kirchenmusikdirektor Sigmund Bothmann ist es gelungen, dem Festgottesdienst zum 150-jährigen Bestehen der Martin-Luther-Kirche einen großartigen musikalischen Rahmen zu geben. Der Bachchor und das Orchester Cammermusik Potsdam, die auch das Jubiläumskonzert am Vortag gestaltet hatten, bereicherten den Gottesdienst am Sonntagabend mit einer Auswahl ihrer Werke.
"Ich musste richtig Luft anhalten bei dieser Musik", sagte Altbischof Dr. Horst Hirschler. Er hielt die Festpredigt an diesem "kirchweisen" Tag, wie er sagte. Generalsuperintendent Professor Dr. Rolf Wischnath hatte ihn darum gebeten. Die Martin-Luther-Kirche habe 1861 zunächst "Neue Kirche" später "Auferstehungskirche" geheißen. Seit 1933 trage sie den heutigen Namen.
Der Altbischof spannte den Bogen über den damaligen evangelischen Zeitgeist, Gebet, Film und Lehren Martin-Luthers und philosophierte umfassend über Christus und den Glauben an Gott. "Es lohnt sich, auf Luther zu hören, wenn wir über Gott nachdenken", sagte er.
"Seit gut zehn Jahren präsentiert sich die Martin-Luther-Kirche als Stadtkirche", stellte Bürgermeisterin Maria Unger fest. In Wirklichkeit sei sie mit ihrem imposanten Kirchenschiff und dem markanten Kirchturm viel länger Wahrzeichen der Stadt über alle Konfessionen hinweg. Direkt nach ihrer Erbauung sei sie mit dem etwa zur gleichen Zeit gebauten Rathaus, das leider nicht mehr existiere, Kennzeichen der aufstrebenden Stadt Gütersloh geworden. Damit sei Gütersloh sozusagen erwachsen geworden. Die Bürgermeisterin verwies auf das Nachtsanggeläut vor und nach Weihnachten und auf die kulturelle Tradition in der Kirche.
Christian Heine-Göttelmann griff in seiner Festrede einige architektonische Details aus den Plänen des Erbauers Christian Heyden auf. 1400 Menschen sollten in dem Gotteshaus Platz finden. Der Superintendent und Pfarrer Michael Frentrup, Vorsitzender des Presbyteriums, dankten dem Fördervererein historische Kirchen für die Unterstützung zum Erhalt des Gotteshaues. "Sie ist einzigartig, aber nicht die einzige", sagte der Pfarrer. "150 Jahre ist noch kein Alter, Kirchen können tausend Jahre alt werden, so Gott den Frieden erhält."
Nach dem Festgottesdienst lud Pfarrer Andreas Walczak-Detert die Besucher zum Empfang ein. Mitglieder aus dem Bachchor boten Sekt und Saft an, Mitglieder der Gemeinde reichten Häppchen.
Lokale Kultur

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