01.06.2011, Westfalen-Blatt

Einzigartig im Herzen der Stadt

Bachchor begleitet Jubiläumsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche

Himmlische Töne erklangen im Festgottesdienst zum 150jährigen Bestehen der Martin-Luther-Kirche in den Räumen des Gotteshauses. Kirchenmusikdirektor Sigmund Bothmann ist es gelungen, der Jubiläumsfeier am Sonntag einen angemessenen Rahmen zu geben.
"Ich musste bei dieser wundervollen Musik richtig die Luft anhalten", sagte Altbischof Dr. Horst Hirschler, der den Klängen des Bachchores und dem Orchester Cammermusik Potsdam lauschte. Die Musiker hatten auch schon das Jubiläumskonzert am Vortag gestaltet. Hirschler hielt die Festpredigt an diesem "kirchweisen Tag". Generalsuperintendent Professor Rolf Wischnath habe ihn darum gebeten.
Der Altbischof spannte den Bogen über den damaligen evangelischen Zeitgeist, das Gebet und Lehren Martin Luthers und philosophierte umfassend über Christus und den Glauben an Gott. "Es lohnt sich, auf Luther zu hören, wenn wir über Gott nachdenken", sagte er. Bürgermeisterin Maria Unger stellte die Bedeutung der Kirche für die Stadt dar: "Seit gut zehn Jahren präsentiert sich die Martin-Luther-Kirche als Stadtkirche." Sie sei mit ihrem imposanten Kirchenschiff und dem markanten Kirchturm aber schon viel länger Wahrzeichen der Stadt - über alle Konfessionen hinweg. Direkt nach ihrer Erbauung sei sie mit dem etwa zur gleichen Zeit gebauten Rathaus, das leider nicht mehr existiere, Kennzeichen der aufstrebenden Stadt Gütersloh geworden. Damit sei Gütersloh sozusagen erwachsen geworden.
Auf die besonderen Details im Kirchenschiff, die wohl kaum ein Gütersloher so schon einmal gesehen hatte, wies Superintendent Christian Heine-Göttelmann hin. Erbauer Christian Heyden habe sich da einiges einfallen lassen. Der Superintendent und Pfarrer Michael Frentrup, Vorsitzender des Presbyteriums, dankten dem Förderverein historische Kirchen für die Unterstützung zum Erhalt des Gotteshauses. "Sie ist einzigartig, aber nicht die einzige", sagte der Pfarrer. "150 Jahre ist noch kein Alter, Kirchen können tausend Jahre alt werden, so Gott den Frieden erhält." Nach dem Festgottesdienst lud Pfarrer Walczak-Detert die Besucher zum Empfang ein.
Marie Berg

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