23.09.2003, Neue Westfälische

Wirkungsvolle Echoeffekte

»Sommer«-Ausklang: Familienkonzert mit Bachchor und Choralsingschule

Gütersloh. Ein unterhaltsames Familienkonzert mit Chormusik quer durch die unterschiedlichen Epochen bildete am Samstag im Mohns Park den Abschluss zum Gütersloher Sommer 2003. Bei sommerlichen Temperaturen hatte sich zahlreiches Publikum eingefunden, und man war gespannt auf das Programm des Bachchors und der Choralsingschule Gütersloh, das diesmal ungewöhnlicher Weise ausschließlich weltlichen Liedern und Kompositionen gewidmet war.

Moderator Michael Hoffmann definierte das Konzept für das Familienkonzert so: »Jung und Alt singen für Groß und Klein« – eine treffende Beschreibung für seinen musikalischen Mix, bei dem für jeden etwas dabei war, vom Madrigal bis zum bekannten Volkslied.

»Nun fanget an!«, das Loblied auf die Musik von Hans Leo Haßler war ein gelungener Auftakt zu diesem frischen Konzert. Unter der Leitung von Sigmund Bothmann zeigte der Bachchor Gütersloh vom ersten Takt an sein Können.

Immer wieder überzeugten die Ausgewogenheit der Stimmen, die saubere Intonation und die wohl kaum zu überbietende Klarheit der Sprache. Auf diese Weise konnten die Zuhörer nicht nur die Schönheit der Klänge genießen, sondern auch ganz ohne Mühe verstehen, worum es in den Liedern ging.

Großen Eindruck machte Orlando di Lassos »Echo«, bei dem sich der Chor in zwei Gruppen teilte: Die eine Gruppe blieb auf der Bühne, die andere stellte sich oberhalb der Zuschauerreihen auf, sodass die von Lasso auskomponierte Echowirkung noch deutlicher zutage trat. Riesenbeifall gab es für diesen sinnreich in Szene gesetzten Effekt.

Mit so bekannten Melodien wie »Im schönsten Wiesengrunde« und »Das Wandern ist des Müllers Lust« eroberten die Mädchen und Jungen der Choralsingschule ihr Publikum. Wer bis hierher Lust bekommen hatte mitzusingen, der konnte mitmachen, und Michael Hoffmann, der gewandt durch den Nachmittag führte, bemerkte nicht ohne Staunen, dass einige alle fünf Strophen des Wanderlieds parat hatten.

Für pianistische Begleitung sorgte die Würzburger Professorin Silke Thora-Matthies, deren gekonntes Spiel die Darbietung abrundete. Musikalisch humorvoll ging es in die Tierwelt mit den Renaissancekompositionen »Der Floh« von Erasmus Widmann und einer »Capricciata« von Adriano Banchleri, in der Hund, Katze und Kuckuck nicht zu überhören waren.

Wer kennt sie nicht, die Form des Kanons? Im Park war Gelegenheit, mal wieder einen zu hören und sogar mitzusingen. Bachchor und Choralsingschule präsentierten gemeinsam Mozarts »Freistädtler« mit einer nicht originalen, recht schmissigen Klavierbegleitung durch Sigmund Bothmann. Zusammen mit dem Publikum wurde dann »Bruder Jakob« eingeübt. Zuhören und Mitsingen machten gleichermaßen Freude, und Mozarts Kanon »Bona nox« war am Schluss eine stimmige Zugabe.

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